Luftfracht in Deutschland kämpft um Wettbewerbsfähigkeit gegen ausländische Drehkreuze
Luftfracht in Deutschland kämpft um Wettbewerbsfähigkeit gegen ausländische Drehkreuze
Deutschlands Luftfrachtsektor steht vor wachsendem Wettbewerb durch ausländische Drehkreuze
Hohe Kosten und betriebliche Herausforderungen treiben Frachtvolumina ins Ausland – seit 2023 verzeichnet die Branche erhebliche Verluste. Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) fordert nun die Bundesregierung auf, Steuern zu senken und Bürokratie abzubauen, um den Niedergang aufzuhalten.
Seit 2023 wurden rund 62.000 Tonnen Luftfracht von deutschen Flughäfen abgeworben. Streiks, Bauverzögerungen und Kapazitätsengpässe in Frankfurt und München haben Frachtgüter zu konkurrierenden Drehkreuzen wie Dubai, Doha, Istanbul und Amsterdam umgelenkt. Bis Anfang 2026 wickelten die VAE, Katar und die Türkei bereits über 30 Prozent dieser umgeleiteten Fracht ab.
Die hohen Betriebskosten verschärfen die Lage zusätzlich. Langstrecken-Frachtflüge ab Frankfurt zahlen rund 1.500 Euro an Flugsicherungsgebühren – ein Vielfaches der 72 Euro in Istanbul oder gar nichts in Lüttich. Der BDL argumentiert, dass diese Belastungen deutsche Flughäfen im internationalen Vergleich unwettbewerbsfähig machen.
Als Gegenmaßnahme verlangt der Verband nun schnelle Reformen: Die Bundesregierung soll die festen Flugsicherungsgebühren subventionieren und überflüssige bürokratische Hürden streichen. Ohne Kurskorrektur, warnt der BDL, werde die deutsche Luftfrachtbranche weiter an Boden verlieren – zugunsten günstigerer und effizienterer Konkurrenten.
Die Vorschläge des BDL zielen darauf ab, die Kosten zu drücken und Abläufe für Frachtfluggesellschaften zu vereinfachen. Sollten die Maßnahmen umgesetzt werden, könnten sie den Trend der Frachtverlagerung ins Ausland umkehren. Aktuell bleibt Deutschlands Anteil am globalen Luftfrachtmarkt jedoch unter Druck durch hohe Gebühren und Kapazitätsgrenzen.
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