Bierstadts Kerb-Fest feiert Gemeinschaft und Widerstandsgeist am Fichteplatz
Branko JüttnerBierstadts Kerb-Fest feiert Gemeinschaft und Widerstandsgeist am Fichteplatz
Bierstadts Fichteplatz wurde zum Zentrum der Feierlichkeiten beim diesjährigen Kerb-Fest. Dr. Gerhard Obermayr, der Stadtratpräsident und gebürtige Bierstadter, stand im Mittelpunkt, um den Gemeinschaftsgeist des Viertels zu würdigen. Die Veranstaltung vereinte Anwohner und Gäste in einer Demonstration lokalen Stolzes und Zusammenhalts.
Das Fest begann mit Obermayrs Begrüßung der Nachbarn aus Auringen, Kloppenheim und Dotzheim als Freunde. Er erzählte persönliche Anekdoten aus seiner Kindheit in Bierstadt, betonte sein ehrenamtliches Engagement und den starken Zusammenhalt, der das Viertel prägt. Besonders berührend waren seine Worte "Mir san mir" – ein lokaler Ausdruck, der "Wir sind wir" bedeutet und den unabhängigen Geist der Nachbarschaft auf den Punkt bringt.
An seiner Seite standen Dr. Patricia Becher, Leiterin des Stadtamts, Bezirksvorsteher Rainer Volland sowie lokale Persönlichkeiten wie die Bembel-Fee und die Blumenkönigin von Naurod. Obermayr machte klar, dass der Fichteplatz weit mehr als nur ein Ort ist. Er nannte ihn "Bierstadt im Kleinen: laut, herzlich, eigenwillig, echt" und forderte, das Viertel niemals als Verhandlungsmasse in der Stadtplanung zu behandeln. Seine deutliche Ansage "Irgendwann muss der Ausbau ein Ende haben" erntete tosenden Applaus.
Das Kerb-Fest hat sich seit den 1970er-Jahren gewandelt – weg von der Kommerzialisierung, hin zu bürgerschaftlich geprägten Traditionen. Anders als bei Großveranstaltungen wie dem Oktoberfest setzt Bierstadt auf Ehrenamtliche, die vom Festumzug bis zu Familienaktivitäten alles organisieren. Die diesjährige Feier war mehr als nur das traditionelle Fassanstich: Sie war eine Bestätigung der Werte, die den Zusammenhalt des Viertels stärken.
Das Fest unterstrich Bierstadts Identität als einen Ort, an dem die Menschen – nicht die Planer – die Zukunft gestalten. Obermayrs Rede und die Reaktion der Menge zeigten eine gemeinsame Entschlossenheit, den Charakter des Viertels zu bewahren. Für die Anwohner bleibt der Fichteplatz ein Symbol für das, was ihre Gemeinschaft einzigartig macht.






