02 April 2026, 18:32

ARD und ZDF setzen auf persönliche Geschichten – überzeugt das junge Publikum?

Schwarze-weiße Titelseite einer deutschen Zeitung vom 13. November 1939 mit der Überschrift "Weitpreubliche Zeitung", die eine Gruppe von Menschen in traditioneller deutscher Tracht in einer feierlichen Atmosphäre zeigt.

ARD und ZDF setzen auf persönliche Geschichten – überzeugt das junge Publikum?

ARD und ZDF testen neue Formate, um jüngere Zuschauer zu erreichen

Die öffentlichen Rundfunkanstalten ARD und ZDF erproben innovative Wege, um jüngere Zielgruppen anzusprechen. Ihre neuen Reportageformate wie VOLLBILD, exactly und Ultraviolett stories brechen mit dem traditionellen Journalismus, indem sie persönliche, emotional geprägte Erzählweisen in den Vordergrund stellen. Eine aktuelle Studie der Otto-Brenner-Stiftung hat nun untersucht, wie diese Ansätze bei 14- bis 29-Jährigen ankommen.

Die fünf analysierten Formate – darunter Crisis – Hinter der Front und PULS Reportage – rücken die Reporterinnen und Reporter selbst ins Zentrum der Geschichten. Statt distanzierter Beobachtung setzen sie auf Ich-Perspektiven und emotionale Erzählstränge. Dieser Wandel markiert eine Abkehr vom klassischen journalistischen Ideal der Objektivität und Neutralität.

Jüngere Zuschauer beschreiben die Formate oft als nahbar und vertrauenswürdig. Doch erste Anzeichen deuten darauf hin, dass manche das wiederholte "Ich-zentrierte" Storytelling ermüdend finden. Kritiker bemängeln zudem, dass bei dominierender Reporter-Perspektive das eigentliche Thema in den Hintergrund geraten kann. Einige Serien hätten zudem Schwierigkeiten, ein klares Profil zu entwickeln oder tiefgehende Recherchen zu liefern.

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Während die Zuschauerzahlen der fünf neuen Formate noch begrenzt sind, verzeichnen etablierte Reihen wie Terra X deutliche Zuwächse. Die ZDF-Produktion Terra X steigerte die Abrufe in der Mediathek von 6,34 Millionen im Jahr 2010 auf über 30 Millionen 2023 – ein fünfmal höherer Wert. Der YouTube-Kanal erreichte im vergangenen Jahr 175 Millionen Aufrufe, die TV-Einschaltquoten lagen bei durchschnittlich 3,55 Millionen Zuschauern und einem Marktanteil von 14,8 Prozent. Ein direkter Vergleich mit jugendorientierten Marken wie funk ist jedoch schwierig, da diesen klassische TV-Quoten fehlen.

Die Studie zeigt einen klaren Trend: Junge Zielgruppen lassen sich durch persönliche Erzählformen ansprechen, doch ob dieser Ansatz langfristig überzeugt, bleibt offen. Die Sender stehen vor der Herausforderung, Nahbarkeit mit inhaltlicher Tiefe zu verbinden. Der Erfolg bewährter Formate wie Terra X belegt indes, dass ansprechende Inhalte – ob traditionell oder innovativ – nach wie vor große Reichweiten erzielen können.

Quelle