Über eine Million Menschen in Deutschland ohne festen Wohnsitz – Rekordhoch 2024
Jacob FiebigÜber eine Million Menschen in Deutschland ohne festen Wohnsitz – Rekordhoch 2024
Obdachlosigkeit in Deutschland erreicht 2024 Rekordhoch – über eine Million Menschen betroffen
Im Jahr 2024 stieg die Obdachlosigkeit in Deutschland auf einen neuen Höchststand: Mehr als eine Million Menschen waren davon betroffen. Allein in Nordrhein-Westfalen lebten über 122.000 Menschen ohne festen Wohnsitz. Die Krise wird durch strengere Grenzkontrollen, steigende Abschiebungen und eine wachsende Zahl von Schutzsuchenden verschärft, die keinen Zugang zu stabilen Wohnverhältnissen finden.
Laut offiziellen Zahlen waren bis Ende 2025 rund 3,53 Millionen Schutzsuchende in Deutschland registriert – ein leichter Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. Dennoch blieb die Zahl der Asylanträge hoch: 2024 wurden etwa 230.000 Erstanträge gestellt. Gleichzeitig stiegen die Abschiebungen auf 20.084, was für viele Betroffene zu zusätzlicher Unsicherheit führte.
Der Großteil der Obdachlosen besaß keine deutsche Staatsbürgerschaft. 2024 waren 80 Prozent ausländische Staatsangehörige, darunter 765.000 Menschen aus Drittstaaten oder Staatenlose. Weitere 55.000 hatten die Staatsbürgerschaft eines EU-Landes. Den stärksten Anstieg verzeichneten Nicht-EU-Bürger: Ihre Zahl stieg von 2023 bis 2024 um 14 Prozent.
Während die Zahl der Menschen, die auf der Straße schlafen, mit 56.000 stabil blieb, wurden die Hilfsangebote ausgeweitet. Mobile Einsatzfahrzeuge verteilen lebensnotwendige Güter wie Decken, Isomatten und warme Mahlzeiten. In Städten wie Aachen, Bochum und Düsseldorf bieten Kältebusse bei frostigen Temperaturen Schutz. Organisationen wie Caritas und Die Tafel sammeln zudem warme Kleidung, Schlafsäcke und Kissen für Bedürftige.
Fachleute betonen, dass schon kleine Gesten – etwa ein Gespräch – helfen können, Barrieren abzubauen. Dadurch seien Obdachlose eher bereit, weitere Unterstützung anzunehmen.
Die Obdachlosenkrise in Deutschland verschärft sich weiter, wobei Nicht-EU-Bürger besonders stark von wachsender Schutzlosigkeit betroffen sind. Hilfsangebote wie Streetwork-Einsätze und Spendenaktionen bleiben angesichts verschärfter Winterbedingungen unverzichtbar. Behörden und Wohlfahrtsverbände rufen die Bevölkerung auf, Sachspenden bereitzustellen und mit Betroffenen in Kontakt zu treten, um die Situation zu entschärfen.






