Neubaur fordert schärfere Gesetze gegen Deepfake-Missbrauch nach Collien-Fernandes-Fall
Anika ThiesNeubaur fordert schärfere Gesetze gegen Deepfake-Missbrauch nach Collien-Fernandes-Fall
Mona Neubaur, stellvertretende Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, hat dringende Rechtsreformen gefordert, um den Missbrauch von Deepfakes zu bekämpfen. Sie lobte die Schauspielerin Collien Fernandes dafür, dass sie sich öffentlich äußerte, nachdem sie selbst Opfer dieser Technologie geworden war. Neubaur warnte, dass die aktuellen Gesetze die wachsende Bedrohung nicht wirksam eindämmen könnten.
Neubaur bezeichnete Fernandes als eine mutige Frau, deren öffentliches Auftreten ein starkes Signal an andere Betroffene sende, die bisher schweigen. Sie betonte, dass Deepfakes längst kein Nischenproblem mehr seien, sondern ein flächendeckendes Phänomen, das schnelleres legislatives Handeln erfordere.
Die Politikerin schlug vor, nach spanischem Vorbild spezialisierte Gerichte für sexualisierte Gewalt – sowohl digital als auch physisch – einzurichten. Während Spanien seine Strafgesetze zu Deepfakes bereits verschärft habe und in puncto Opferschutz führend sei, verwies Neubaur auf erhebliche rechtliche Lücken in Deutschland. Sie argumentierte, dass digitale und physische Gewalt im Sexualstrafrecht gleichgestellt werden müssten.
In Spanien begannen nach Fernandes' Strafanzeige im Jahr 2026 erste Ermittlungen. Allerdings merkte Neubaur an, dass bisher keine klaren Auswirkungen des Falls auf die spezialisierten Gerichte des Landes zu verzeichnen seien.
Neubaurs Reformvorstoß kommt zu einer Zeit, in der die Zahl der Deepfake-Fälle steigt und Schwächen im aktuellen Schutzsystem offenbart. Ihre Vorschläge umfassen spezialisierte Gerichte und strengere Gesetze, um die Strafen für digitale und physische Übergriffe anzugleichen. Der Appell folgt auf Fernandes' viel beachteten Fall, der die systemischen Versäumnisse bei der Bekämpfung solcher Straftaten ins Rampenlicht gerückt hat.






