Netzentgelte sinken 2026 – doch E.ON setzt auf Milliardeninvestitionen trotz schwächerer Gewinne
Anika ThiesNetzentgelte sinken 2026 – doch E.ON setzt auf Milliardeninvestitionen trotz schwächerer Gewinne
Netzentgelte in Deutschland durchlaufen turbulente Jahre: Steigerungen, Rückgänge und staatliche Entlastung
Die Stromnetzentgelte in Deutschland haben in den vergangenen Jahren deutliche Schwankungen erlebt: Nach einem starken Anstieg folgten schrittweise Rückgänge. Nach ihrem Höhepunkt zwischen 2021 und 2023 begannen die Kosten 2024–2025 zu sinken, wobei für 2026 dank staatlicher Subventionen weitere Entlastungen erwartet werden. Unterdessen hat der Energiekonzern E.ON seine Finanz- und Investitionspläne vor dem Hintergrund veränderter Marktbedingungen und regulatorischer Anpassungen dargelegt.
Von 2021 bis 2023 stiegen die deutschen Netzentgelte – also die Netznutzungsgebühren für Endkunden – parallel zu den allgemeinen Strompreisen und erreichten 42,22 Cent pro Kilowattstunde. Bis 2024–2025 sanken sie auf 34 bis 38 Cent/kWh. Eine geplante staatliche Subvention in Höhe von 6,5 Milliarden Euro soll die Gebühren 2026 um etwa 1,5 Cent/kWh weiter reduzieren und Haushalten im Schnitt rund 7 % Ersparnis bringen.
Für E.ON zeichnet sich im laufenden Geschäftsjahr ein leichter Rückgang beim operativen Ergebnis ab. Das Unternehmen prognostiziert ein bereinigtes EBITDA von 9,4 bis 9,6 Milliarden Euro für 2026 – ein Rückgang gegenüber früheren Werten. Hauptgrund sind bilanzielle Anpassungen bei vorübergehenden regulatorischen Posten.
Trotz der gedämpften Geschäftserwartungen plant E.ON, die Dividendenausschüttung zu erhöhen. Auf der Hauptversammlung am 23. April 2026 sollen die Aktionäre über eine vorgeschlagene Dividende von 0,57 Euro pro Aktie abstimmen. Der Aktienkurs erreichte Mitte März mit 20,30 Euro ein 52-Wochen-Hoch, bevor er sich bei etwa 18,85 Euro einpendelte.
Investitionen bleiben zentral: E.ON stockt sein Budget um 10 % auf 48 Milliarden Euro bis 2030 auf. Die Mittel fließen vor allem in den Ausbau und die Modernisierung der Netze. Das Tempo dieser Vorhaben hängt jedoch von Entscheidungen der Bundesnetzagentur ab. Langfristig peilt E.ON bis Ende des Jahrzehnts ein bereinigtes EBITDA von 13 Milliarden Euro an – getrieben vor allem durch Netzinfrastrukturprojekte. Nähere Einblicke in die Strategie wird der nächste Quartalsbericht am 13. Mai 2026 liefern.
Während die staatliche Subvention 2026 die Stromkosten für Verbraucher senken wird, steuert E.ON durch eine Phase angepasster Erträge und kontinuierlicher Investitionen. Mit geplanten Dividendenerhöhungen und einem langfristigen EBITDA-Ziel hängt der weitere Kurs des Unternehmens von regulatorischer Unterstützung und Markstabilität ab. Der anstehende Quartalsbericht wird genauere Aufschlüsse über die finanzielle Entwicklung geben.






