Aktivistin übergibt umstrittenen Gedichtband von Minister Weimer an Nationalbibliothek
Anika ThiesAktivistin übergibt umstrittenen Gedichtband von Minister Weimer an Nationalbibliothek
Die Aktivistin Martha Root hat die Debütsammlung des Ministers Wolfram Weimer, den Gedichtband Kopfpilz, der Deutschen Nationalbibliothek überlassen. Das Buch wurde zwar bereits im Mai 2023 übergeben, doch erst kürzlich in den Bestand aufgenommen. Root digitalisierte die Sammlung zudem und stellte sie auf Archive.org kostenlos zum Download bereit.
Der Gedichtband enthält umstrittene Werke, darunter Vorfreude und Unglück. Root übt scharfe Kritik an diesen Texten und wirft ihnen vor, eine „Vergewaltigungskultur“ zu verherrlichen. Mit der Schenkung will sie eine öffentliche Debatte über Weimers kulturelle Werte und mögliche Interessenkonflikte anstoßen.
Gleichzeitig nutzt Root die Veröffentlichung des Buches, um Spenden für die Initiative Lesen Hilft zu sammeln, die linke Buchhandlungen unterstützt. Bereits in der Vergangenheit sorgte sie für Schlagzeilen, als sie sich in rechtsextreme Dating-Plattformen einschleuste.
Weimer hatte zuvor argumentiert, physische Mediensammlungen seien im digitalen Zeitalter überholt, und nutzte diese Begründung, um die Erweiterungspläne der Bibliothek zu stoppen. Sein Anwalt schickte später einen Brief an den Satiriker Jan Böhmermann, nachdem dieser Kopfpilz in der Sendung ZDF Magazin Royal thematisiert hatte.
Die Schenkung lenkt die Aufmerksamkeit erneut auf Weimers Lyrik und seine Haltung zu digitalen Medien. Roots Entscheidung, das Buch kostenfrei zugänglich zu machen, sorgt für eine breitere Rezeption der Inhalte. Die Diskussion über die darin behandelten Themen und Weimers Kulturpolitik wird voraussichtlich weitergehen.






