15 April 2026, 08:29

Wie Essens "Häuserkönige" im 19. Jahrhundert die Wohnungsnot prägten

Altes Buch mit einer 17. Jahrhundert-Illustration einer Stadtansicht, die den Bau eines Bahnhofs zeigt, begleitet von Text und Bildern von Häusern, Bäumen und anderen Gegenständen.

Wie Essens "Häuserkönige" im 19. Jahrhundert die Wohnungsnot prägten

Öffentlicher Vortrag: Essens Wohnungsnot im 19. Jahrhundert und die mächtigen "Häuserkönige"

Am 5. Februar 2026 wirft der Historiker Robert Welzel in einem kostenlosen öffentlichen Vortrag einen Blick auf die Wohnungsmisere in Essen während der Industrialisierung und die einflussreichen Persönlichkeiten, die sie prägten. Im Rahmen der Veranstaltung im Volkshochschule Essen spricht er über die Rolle der sogenannten Häuserkönige – Wohnungsbarone, die im Zuge des rasanten wirtschaftlichen Aufschwungs große Teile des Essener Mietmarktes kontrollierten und gestalteten.

Die Wohnungsnot in Essen begann bereits im 19. Jahrhundert, als die Stadt durch den Zuzug von Arbeitskräften stark wuchs. Vermögende Bauherren wie Hermann Elting, Johann Piekenbrock senior, Wilhelm Husmann, Theodor Fröchte und Jakob Pegels errichteten in großem Stil Mietwohnungen. Ihr Einfluss beschränkte sich jedoch nicht auf Stein und Mörtel: Sie prägten den Alltag der Arbeiterfamilien, die auf ihre Immobilien angewiesen waren.

Im Mittelpunkt des Vortrags steht die Frage, wie diese Barone Gewinne über menschenwürdige Wohnbedingungen stellten. Laxen Bauvorschriften begünstigten damals die Verbreitung überbelegter, hygienisch katastrophaler Wohnverhältnisse. Welzel, Vorstandsmitglied des Historischen Vereins Essen, zeigt auf, wie diese Praktiken soziale Spannungen und gesundheitliche Probleme in der Stadt verschärften.

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Der Experte für Stadt- und Architekturgeschichte, der sich besonders mit der Entwicklung Essens beschäftigt, beginnt seinen Vortrag um 18 Uhr in der Volkshochschule. Dabei spannt er den Bogen von historischen Missständen zu aktuellen Herausforderungen – und macht deutlich, wie sehr die Entscheidungen des 19. Jahrhunderts bis heute nachwirken.

Die Veranstaltung beleuchtet die langfristigen Folgen der damaligen Wohnungspolitik und der Unternehmer, die sie bestimmten. Indem sie Essens historische Wohnungsprobleme nachzeichnet, verbindet sie vergangene Fehlentwicklungen mit den heutigen städtischen Herausforderungen. Der Eintritt ist frei, alle Interessierten sind willkommen.

Quelle