18 March 2026, 08:28

Wahlberichterstattung neu gedacht: Bürgerfragen statt Politiker-PR

Grünes Papier mit "Elections municipales" darauf vor einem weißen Hintergrund.

Wahlberichterstattung neu gedacht: Bürgerfragen statt Politiker-PR

Ein neuer Ansatz in der Wahlberichterstattung stellt lokale Gemeinschaften in den Mittelpunkt

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Das Projekt "Ihre Stimme. Ihre Themen", geleitet von CORRECTIV.StartHub, erprobte diese Methode während der Bundestagswahl 2025 in Deutschland und der Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen. Statt sich auf politische Akteure zu konzentrieren, sammelten Redaktionen Fragen und Anliegen direkt aus der Bevölkerung, um ihre Berichterstattung daran auszurichten.

An dem Modell beteiligten sich rund 60 unabhängige lokale Medienhäuser in ganz Deutschland. Nach dem erfolgreichen Pilotprojekt in Nordrhein-Westfalen wurde es auf weitere Bundesländer ausgeweitet, auch wenn die genauen Regionen nicht näher benannt wurden.

Die Vorbereitungen für eine gemeindeorientierte Wahlberichterstattung beginnen Monate im Voraus. Zwischen sechs und vier Monaten vor dem Wahltag legen die Redaktionen ihre Ziele, ihre Mission und die Zielgruppen fest. Eine frühzeitige interne Verpflichtung sichert den Erfolg des Projekts.

Die zentrale Phase startet drei bis vier Monate vor der Wahl: Journalist:innen sammeln Fragen und Sorgen der Bürger:innen über Umfragen, Interviews und lokale Veranstaltungen. Diese Beiträge werden anschließend sortiert, analysiert und thematisch gebündelt, um eine Wahlagenda zu erstellen. Diese Agenda bildet das redaktionelle Gerüst für die gesamte Berichterstattung und bestimmt, welche Themen besondere Beachtung finden.

Transparenz ist ein zentraler Bestandteil des Prozesses. Die Redaktionen erklären, wie die Agenda entstanden ist und warum dieser Ansatz gewählt wurde. Am Wahltag selbst knüpft die Live-Berichterstattung und die Analyse der Ergebnisse an die zuvor von den Bürger:innen eingebrachten Themen an.

Doch die Arbeit endet nicht mit der Wahl. Im Nachgang bewerten die Redaktionen, was gut funktioniert hat und wo es Verbesserungspotenzial gibt. Die Erkenntnisse werden dokumentiert und mit anderen Medien geteilt, um das Modell für künftige Wahlen weiterzuentwickeln. Zudem entstand ein Leitfaden, der anderen Redaktionen hilft, diese gemeindezentrierte Methode zu übernehmen.

Der Fokuswechsel soll die Wahlberichterstattung alltagsrelevanter gestalten. Indem lokale Anliegen Vorrang vor politischen Narrativen erhalten, verbindet sich die Berichterstattung enger mit den tatsächlichen Erfahrungen der Wähler:innen.

Das Projekt "Ihre Stimme. Ihre Themen" zeigt, wie sich Wahljournalismus verändern kann, wenn Communities von Anfang an gehört werden. Die beteiligten Redaktionen verfügen nun über ein erprobtes Rahmenwerk für künftige Wahlen. Der Leitfaden und die ausgewerteten Erfahrungen bieten anderen Medien Werkzeuge, um diesen Ansatz bei kommenden Wahlen in ganz Deutschland umzusetzen.

Quelle