05 June 2026, 11:21

Trendwende: Warum Siegen-Wittgenstein jetzt mehr Menschen an Ostdeutschland verliert

Ständige Einwanderung aus Ostdeutschland

Trendwende: Warum Siegen-Wittgenstein jetzt mehr Menschen an Ostdeutschland verliert

Wanderungsbewegungen zwischen Siegen-Wittgenstein und den neuen Bundesländern haben sich in den vergangenen drei Jahrzehnten gewandelt. Seit der deutschen Wiedervereinigung sind mehr Menschen aus Ostdeutschland in die Region gezogen als umgekehrt. Doch in den letzten Jahren zeigt sich ein gegenläufiger Trend: Seit 2020 verlassen mehr Menschen Siegen-Wittgenstein in Richtung der neuen Länder, als dorthin kommen.

Den Höhepunkt erreichte die Zuwanderung 1991, als fast 1.200 Menschen aus den neuen Bundesländern nach Siegen-Wittgenstein zogen. Insgesamt haben sich seit der Wiedervereinigung etwa 12.700 Ostdeutsche in der Region niedergelassen. Gleichzeitig verließen rund 9.200 Einwohner Siegen-Wittgenstein, um in den Osten zu ziehen.

Die meisten Neuzuwanderer kamen aus Sachsen-Anhalt, während aus Mecklenburg-Vorpommern die wenigsten Menschen zuzogen. Ab 2010 pendelte sich der jährliche Zuzug bei 200 bis 300 Personen ein.

Doch in jüngster Zeit hat sich das Muster verändert. Seit 2020 wandern mehr Menschen aus Siegen-Wittgenstein in die neuen Bundesländer ab, als von dort in die Region kommen.

Die Daten zeigen, dass die Region über lange Zeit einen Wanderungsüberschuss verzeichnete – bis vor kurzem. Nun erlebt Siegen-Wittgenstein erstmals einen Nettoverlust im Austausch mit Ostdeutschland. Dieser Wandel markiert eine bemerkenswerte Trendwende nach Jahrzehnten, in denen die Zuzüge die Fortzüge überstiegen.

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