Strompreise im Minus: Kunden erhalten erstmals 2024 Geld für ihren Verbrauch
Jacob FiebigStrompreise im Minus: Kunden erhalten erstmals 2024 Geld für ihren Verbrauch
Strompreise in Deutschland erreichen historische Tiefststände – Kunden erhalten Geld für Verbrauch
Am Sonntag fielen die Strompreise in Deutschland auf historische Tiefststände, da starke Sonne und Wind die Großhandelspreise ins Negative trieben. Zum ersten Mal in diesem Jahr erhielten Kunden mit dynamischen Tarifen für große Teile des Tages Geld für ihren Stromverbrauch statt ihn zu bezahlen.
Der Preisverfall begann um 9 Uhr, als die Großhandelspreise unter null sanken. Bis 17 Uhr blieben sie negativ, mit einem Tiefststand von -250,32 Euro pro Megawattstunde zwischen 13 und 14 Uhr. Umgerechnet entsprach dies -25,03 Cent pro Kilowattstunde auf Großhandelsebene – der niedrigste Wert des Tages.
Die Nettopreise für Endverbraucher unterschieden sich jedoch je nach Region deutlich. In Gebieten mit geringeren Netzentgelten zahlten einige Tibber-Kunden zeitweise nur -12 Cent pro Kilowattstunde. Der niedrigste gemessene Nettopreis lag bei -8,6 Cent pro Kilowattstunde im Raum Köln am frühen Nachmittag. Andernorts lagen die Preise zwischen 4,9 und 11,6 Cent pro Kilowattstunde, abhängig von lokalen Gebühren.
Am Abend stieg der dynamische Tibber-Tarif dann zwischen 20 und 21 Uhr abrupt auf 36 Cent pro Kilowattstunde an – der höchste Wert des Tages. Merlin Lauenburg, Deutschland-Chef von Tibber, erklärte, dass in diesem Sommer mit neuen Rekordwerten bei negativen Preisen zu rechnen sei. Im vergangenen Jahr waren die Großhandelspreise 457 Stunden lang negativ, und Experten erwarten für 2024 ähnliche Entwicklungen – bedingt durch die anhaltende Marktrinflexibilität.
Für Kunden mit dynamischen Tarifen war dies das erste Mal in diesem Jahr, dass die Preise ins Minus rutschten. Die extremen Tiefststände unterstreichen den wachsenden Einfluss erneuerbarer Energien auf das Stromnetz. Fachleute warnen jedoch, dass solche Schwankungen häufiger werden könnten, solange der Markt sich nicht besser an die neuen Gegebenheiten anpasst.
