Streit um 41 neue Stellen: CDU und OB in Bergisch Gladbach uneins über Haushalt 2026
Gerhart HenckStreit um 41 neue Stellen: CDU und OB in Bergisch Gladbach uneins über Haushalt 2026
Die Haushaltsverhandlungen in Bergisch Gladbach haben sich zu einer der hitzigsten Debatten in der Kommunalpolitik entwickelt. CDU-Chef Michael Metten kritisierte den Entwurf von Oberbürgermeister Marcel Kreutz für 41 neue Stellen als überzogen und bezeichnete viele davon als unnötig. Seine Partei setzt sich stattdessen für weniger Neueinstellungen und einen geringeren Anstieg der Grundsteuer ein.
Der Haushaltsentwurf für 2026, den Kreutz vorgelegt hat, sieht Mittel für 41 zusätzliche Stellen vor. Die CDU hat jede einzelne geprüft und hält nur 12 bis 13 für vertretbar. Metten nannte insbesondere Stellen im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und Social Media als Einsparpotenzial. Stattdessen fordert die Partei mehr Investitionen in Schulen, Straßeninstandhaltung und zwei zusätzliche Bauaufseher für den kommunalen Ordnungsdienst.
Bei einer Veranstaltung des BürgerClubs betonte Metten, die CDU verfüge über einen klaren Wählerauftrag. Er machte deutlich, dass die Partei ihre Vorstellungen auch gegen Widerstand durchsetzen werde. Trotz der Spannungen bezeichnete er das Verhältnis zu Kreutz als kollegial – beide arbeiten seit ihrer ersten Ratssitzung vor zehn Jahren zusammen.
Die Finanzlage in Bergisch Gladbach bleibt angespannt, besonders bei Großprojekten wie dem Entwicklungsgebiet Zanders. Auch den Plan des Oberbürgermeisters für eine Erhöhung der Grundsteuer um 100 Punkte lehnt die CDU ab und schlägt stattdessen einen Anstieg um 25 Punkte vor, um Einnahmeausfälle auszugleichen. Metten stellte klar, dass selbst eine Einigung mit SPD und Grünen über den Haushalt keine formelle Koalition bedeuten würde – nur eine zeitweilige Zusammenarbeit in Finanzfragen.
Eine Abstimmung mit der AfD schloss er kategorisch aus und betonte, die CDU handle weiterhin nach eigenen Prinzipien. Priorität habe die Begrenzung der Personalkosten, damit die Mittel dort fließen, wo sie am dringendsten gebraucht werden.
Der finale Haushalt wird entscheiden, wie viele der 41 geplanten Stellen besetzt und wie stark die Grundsteuer steigt. Die Position der CDU bedeutet weniger neue Posten in Bereichen wie Kommunikation, aber mehr Mittel für Infrastruktur und Schulen. Die Verhandlungen dauern an, doch eine langfristige politische Allianz wird daraus nicht entstehen.






