Scharrenbach räumt Führungsfehler ein – nach Mobbingvorwürfen im Bauministerium
Anika ThiesScharrenbach bietet Mitarbeitern Gespräche nach Vorwürfen - Scharrenbach räumt Führungsfehler ein – nach Mobbingvorwürfen im Bauministerium
Nordrhein-Westfalens Bauministerin Ina Scharrenbach sieht sich mit Vorwürfen wegen Machtmissbrauchs und Mobbing in ihrem Ministerium konfrontiert. Mitarbeitervertreter haben auf eine toxische Arbeitsatmosphäre hingewiesen und diese als von Angst und Einschüchterung geprägt beschrieben.
Die Ministerin hat nun reagiert, indem sie betroffenen Beschäftigten persönliche Gespräche anbietet und Fehler in ihrer Führungsweise einräumt.
Erste Fragen zu Scharrenbachs Führungsstil waren bereits zu Beginn der Legislaturperiode im Zuge der Umstrukturierung der Digitalverwaltungsabteilung aufgekommen. Die Bedenken waren direkt mit ihr sowie mit Staatssekretär Daniel Sieveke erörtert worden.
Bis Januar 2025 hatte ein Personalvertreter den Chef der Staatskanzlei offiziell über Fehlverhalten im Ministerium informiert. Berichten zufolge war auch Markus Liminski, ein hoher Landesbeamter, bereits vor der Bundestagswahl 2025 über die Mobbingvorwürfe gegen Scharrenbach im Bilde. Ein Mitarbeiter wurde mit den Worten zitiert: "Diese Frau hat mich zerstört."
In internen Dokumenten wurde die Arbeitsatmosphäre unter Scharrenbach zudem als "von Angst und Einschüchterung geprägt" beschrieben. Angesichts der wachsenden Kritik gab die Ministerin am Donnerstag eine Erklärung ab, in der sie Fehler in ihrem persönlichen Arbeitsstil einräumte. Sie gestand, dass die Rückmeldungen der Mitarbeiter sie tief getroffen hätten.
Um die Probleme anzugehen, wurden konkrete Maßnahmen eingeleitet, darunter gemeinsame Treffen mit betroffenen Mitarbeitern und die Einbindung des Betriebsrats. Scharrenbach stellte sich zudem persönlich für Gespräche mit den Betroffenen zur Verfügung.
Das Ministerium arbeitet nun an einer Verbesserung der Führungsprozesse als Reaktion auf die Vorwürfe. Scharrenbachs Eingeständnis von Fehlern und ihre Bereitschaft, direkt mit den Mitarbeitern in Dialog zu treten, markieren einen Kurswechsel. Wie es weitergeht, hängt davon ab, wie diese Schritte umgesetzt werden und bei den Beschäftigten ankommen.






