22 March 2026, 10:29

Riesige Pipeline soll Rheinwasser in den Tagebau Hambach leiten – doch Genehmigung fehlt noch

Ein idyllischer Blick auf den Rhein in Deutschland mit einer Burg auf einem Hügel, Booten auf dem Fluss, Fahrzeugen auf einer nahen Straße und einer bewölkten Himmel.

Riesige Pipeline soll Rheinwasser in den Tagebau Hambach leiten – doch Genehmigung fehlt noch

Ein gewaltiges 45 Kilometer langes Rohrleitungssystem soll bald Rheinwasser zum Tagebau Hambach transportieren – der Startschuss für ein ehrgeiziges Vorhaben, das die ehemalige Braunkohlegrube in einen See verwandeln soll. Das Projekt, für das 10.000 Rohre mit bis zu 2,2 Metern Durchmesser verlegt werden, ist für 2030 geplant – doch die Genehmigung für die Wassereinleitung steht noch aus. Lokale Verantwortliche und der Energiekonzern RWE feiern das Vorhaben als Schritt in Richtung Strukturwandel, während Umweltschützer skeptisch bleiben.

Die Bauarbeiten für die Pipeline erhielten im Januar 2026 grünes Licht von der Bezirksregierung Arnsberg. Noch im selben Herbst soll das Genehmigungsverfahren für die Wassereinleitung eingeleitet werden; die Wasser- und Schifffahrtsdirektion überwacht dabei die Entnahme von Rheinwasser. Allein die Flutung des Tagebaus Hambach wird 40 Jahre dauern, und selbst danach wird über Jahrzehnte hinweg kontinuierlich Rheinwasser zugeführt werden müssen, um den neuen See zu erhalten.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Lokale Politiker sehen in dem Projekt einen Wendepunkt. Elsdorfs Bürgermeister Andreas Heller bezeichnete den Baubeginn als Symbol für den Strukturwandel und prophezeite, der künftige "Elsdorfer See" werde seine Stadt bekannt machen. RWE-Vorstand Lars Kulik stellte die Pipeline als Beweis für das Engagement des Unternehmens dar und verwies auf neue Arbeitsplätze und Naherholungsgebiete. Doch nicht alle sind überzeugt. Andreas Büttgen von der Initiative Bürger für Bürger warnte, RWE könnte sich bei auftretenden Schwierigkeiten aus der Verantwortung stehlen.

Auch der Tagebau Garzweiler soll ab 2036 folgen, während die kleinere Grube Inden bereits ab 2030 mit Wasser aus der nahegelegenen Rur geflutet werden soll. Die Pläne stoßen jedoch auf Kritik. Umweltverbände wie der BUND und Alle Dörfer bleiben stellen die Wasserqualität infrage und fürchten Verunreinigungen durch das Erbe des Bergbaus. Ihre Bedenken haben sich verstärkt, seit Microsofts neues Hyperscale-Rechenzentrum in der Region Sorgen über konkurrierende Wassernutzung weckt.

Mit der Genehmigung der Pipeline beginnt ein jahrzehntelanges Unterfangen, aus ehemaligen Kohlegruben Seen zu formen. Während RWE und lokale Vertreter wirtschaftliche und ökologische Erneuerung betonen, verweisen Skeptiker auf ungelöste Risiken bei Wasserqualität und -versorgung. Angesichts des zusätzlichen Drucks durch Microsofts Rechenzentrum bleibt die langfristige Wirkung des Projekts genau im Blick.

Quelle