14 March 2026, 12:30

Rentenreform: Streit um Gebührenobergrenzen beim neuen Vorsorgemodell

Eine alte Zeitungsannonce für die Pensionspension in Dresden, Deutschland, mit schwarzem Text auf weißem Hintergrund.

Günstigere Rente gefordert: 100.000 Menschen unterzeichnen Petition - Rentenreform: Streit um Gebührenobergrenzen beim neuen Vorsorgemodell

Eine geplante Reform des deutschen privaten Rentensystems hat eine Debatte über Gebührenobergrenzen ausgelöst. Der Regierungsentwurf sieht eine Deckelung der jährlichen Kosten auf 1,5 Prozent für ein neues, staatlich gefördertes Altersvorsorgekonto vor, das das bestehende Riester-Renten-Modell ersetzen soll. Kritiker halten den vorgeschlagenen Höchstsatz jedoch für zu hoch – Verbraucherschützer fordern strengere Kontrollen, um die Rendite der Sparer besser zu schützen.

Die Finanztip Stiftung, eine Verbraucherorganisation, hat mit einer Petition bereits über 100.000 Unterschriften gesammelt, in der eine Gebührenobergrenze von 0,5 Prozent gefordert wird. Ihr Chefredakteur, Hermann-Josef Tenhagen, bezeichnete die aktuellen 1,5 Prozent als ein "Entgegenkommen an Banken und Versicherungen". Eine Umfrage der Organisation ergab, dass 78 Prozent der potenziellen Nutzer niedrige Gebühren als entscheidendes Kriterium für die Wahl des neuen Vorsorgeprodukts ansehen.

Laut Berechnungen der Verbraucherschützer können hohe Kosten die spätere Auszahlungssumme deutlich schmälern. Zwar sieht der Gesetzentwurf ein Standardprodukt mit einer 1,5-Prozent-Grenze und erhöhten einkommensabhängigen Zuschüssen vor – doch nur 23 Prozent der Befragten halten diesen Satz für akzeptabel. Stattdessen befürworten 30 Prozent eine Obergrenze von 0,5 Prozent, während 28 Prozent maximal 1 Prozent für vertretbar halten.

Ziel der Reform ist es, die private Altersvorsorge durch die Abschaffung der Riester-Rente zu vereinfachen. Aktuelle Daten dazu, wie sich bestehende Riester-Verträge oder Förderungen in den vergangenen fünf Jahren entwickelt haben, liegen jedoch nicht vor.

Die Regierungspläne stoßen auf Widerstand seitens der Verbraucherschützer, die warnen, dass hohe Gebühren die Vorteile des neuen Systems zunichtemachen könnten. Angesichts der öffentlichen Präferenz für niedrigere Kosten könnte der Ausgang der Debatte entscheiden, wie Millionen Deutsche künftig fürs Alter vorsorgen. Die endgültige Gesetzgebung wird zeigen, ob vor dem Start des Systems strengere Gebührenregeln eingeführt werden.

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