Rechtsextreme sagen Heiligabend-Demo in Münster nach monatelangen Protesten ab
Gerhart HenckRechtsextreme sagen Heiligabend-Demo in Münster nach monatelangen Protesten ab
Rechtsextremisten haben ihre geplante Demonstration am Heiligabend in Münster abgesagt. Die Absage folgt auf monatelange Proteste im Zusammenhang mit einem Rechtsstreit um das Grab eines Neonazis in Dortmund. Wie die Polizei mitteilte, zogen die Veranstalter ihre Anmeldung zurück.
Die Entscheidung fällt nach wiederholten Auseinandersetzungen zwischen rechtsextremen Gruppen und Gegendemonstranten in der Stadt in diesem Jahr. Im Mittelpunkt der Kundgebungen stand ein Verfahren vor dem Oberverwaltungsgericht (OVG) in Münster. Rechtsextremisten hatten sich dort 2024 mehrfach versammelt, um gegen ein Urteil zu protestieren, das darüber entscheiden sollte, ob Siegfried „SS-Siggi“ Borchardt – ein verstorbener Neonazi – sein namentlich gekennzeichnetes Grab in Dortmund behalten darf. Bei ihrer letzten Versammlung am 13. September kündigten sie an, an Heiligabend zurückzukehren.
Diesmal zog die Gruppe ihre Anmeldung für die Veranstaltung jedoch offiziell zurück. Die Polizei bestätigte den Rückzug, doch das Gegenbündnis Keinen Meter den Nazis hält an seiner für denselben Tag geplanten Demonstration fest.
Carsten Peters, Sprecher des Bündnisses, begrüßte die Nachricht. Er wies darauf hin, dass der Rückzug darauf hindeutet, dass rechtsextreme Gruppen Münster vorerst nicht mehr als geeigneten Ort für ihre Aufmärsche betrachten. Unterdessen lehnen Dortmunder Behörden wiederholt jeden Gedenkort für Borchardt ab, aus Sorge, dieser könnte zu einer Pilgerstätte für Neonazis werden.
Mit der Absage bleibt nur die Gegendemonstration am Heiligabend bestehen. Zwar fällt die rechtsextreme Veranstaltung aus, doch die rechtliche und politische Debatte um Borchardts Grab dauert an. Das Münsteraner Gericht bleibt ein zentraler Streitpunkt für beide Seiten in dem anhaltenden Konflikt.






