Gesetz gegen Schrottimmobilien und unerträgliche Wohnungen - NRW führt Mieterschutzgesetz gegen Wucher und Slums ein
Nordrhein-Westfalen führt Mieterschutzgesetz für faire Wohnverhältnisse ein
Nordrhein-Westfalen bereitet die Verabschiedung eines Fairen Wohnraumgesetzes vor, das einheitliche Standards für sicheres und bewohnbares Wohnen festlegen soll. Das neue Gesetz zielt auf ausbeuterische Mietpraktiken, menschenunwürdige Arbeiterunterkünfte sowie verwahrloste Gebäude in der gesamten Region ab.
Der Gesetzentwurf sieht ein Verbot von Mietwucher vor und legt Mindeststandards für Wohn- und Arbeiterunterkünfte fest. Eine Generalklausel schreibt vor, dass sämtlicher Wohnraum – ob dauerhaft oder vorübergehend – so gestaltet, ausgestattet und instand gehalten werden muss, dass er sicher nutzbar ist. Zudem werden die Pflichten von Mietern zur Erhaltung der Wohnung präziser geregelt.
Mindestens zwölf Städte, darunter Dortmund, Essen und Wuppertal, haben bereits Maßnahmen gegen Missstände in Problemimmobilien und schlechte Wohnbedingungen ergriffen. Das neue Gesetz wird diese Regelungen landesweit ausweiten und bei besonders gravierenden Verstößen strengere Sanktionen vorsehen. In Extremfällen könnten Behörden einen Zwangsverwalter für ein Objekt bestellen oder sogar eine Enteignung einleiten.
Interessensvertreter und Organisationen haben bis Mitte April Zeit, Stellungnahmen zum Entwurf abzugeben. Anschließend wird der Vorschlag im Landtag debattiert; die Abstimmung ist für Juni geplant. Bei Annahme wird das Faire Wohnraumgesetz das Wohnraumstärkungsgesetz von 2021 ersetzen.
Ziel der Neuregelung ist es, in ganz Nordrhein-Westfalen menschenwürdiges und sicheres Wohnen zu gewährleisten. Sie schafft klarere Regeln für Vermieter, Mieter und Kommunen und geht damit auf langjährige Probleme im Mietmarkt ein. Die Kontrollen konzentrieren sich insbesondere auf Immobilien, die wiederholt grundlegende Standards verfehlen.






