Moerser Tafel droht Schließung nach Räumungskündigung – 2.000 Menschen betroffen
Branko JüttnerMoerser Tafel droht Schließung nach Räumungskündigung – 2.000 Menschen betroffen
Tafel in Moers steht vor ungewisser Zukunft nach Kündigung der Räumlichkeiten
Die Moerser Tafel muss nach einer Kündigung ihrer aktuellen Räume um ihre Zukunft bangen. Die Einrichtung, die rund 2.000 Menschen unterstützt, hat zwar ein Jahr Zeit, um einen neuen Standort zu finden – deutlich länger als die übliche dreimonatige Frist, doch die Suche gestaltet sich schwierig. Ehrenamtliche warnen, dass eine Schließung ohne Hilfe schwerwiegende Folgen für die Region hätte.
Die Tafel befindet sich in der Wittfeldstraße 49, wo sie für 400 Quadratmeter monatlich 800 Euro Miete zahlt – ein Preis, den Michael Nethövel, einer der Organisatoren, als „Schnäppchen“ bezeichnet. Zweimal pro Woche werden hier Lebensmittel ausgegeben, wobei sich jeweils 150 bis 200 Menschen anstellen. Zudem dient der Standort als Lager und Verteilzentrum für benachbarte Tafeln in Goch, Kalkar und sogar Duisburg, wohin Ehrenamtliche gelegentlich direkt fahren, um Bestände abzuhalten.
Raffaele Corda, Rainer Hellfeier und Michael Nethövel loben zwar die fairen Vermieter der vergangenen Jahre. Doch Hellfeiers Appell ist deutlich: „Wir brauchen Unterstützung. Wenn sie ausbleibt, hat Moers ein Problem.“ Das Team betont, dass es sich keine Unterbrechung leisten kann, da die Tafel etwa 600 Haushalte – insgesamt rund 2.000 Personen – versorgt.
Eine mögliche Schließung würde eine kritische Lücke reißen. Die Einrichtung liegt an einem zentralen Knotenpunkt zwischen Ruhrgebiet und Niederrhein und unterstützt nicht nur lokale Bedürftige, sondern auch benachbarte Tafeln, die auf ihre Lieferungen angewiesen sind.
Noch hat die Moerser Tafel zwölf Monate Zeit, um eine neue Bleibe zu finden. Gelingt dies nicht, drohen Unterbrechungen in der Lebensmittelversorgung für Tausende – und die Schwächung eines lebenswichtigen regionalen Netzwerks. Die Ehrenamtlichen rufen nun die Gemeinschaft und die lokalen Behörden auf, zu handeln, bevor es zu spät ist.






