Klimaproteste im Ruhrgebiet: Ende Gelände blockiert Gaskraftwerke und Rüstungsindustrie
Branko JüttnerKlimaproteste im Ruhrgebiet: Ende Gelände blockiert Gaskraftwerke und Rüstungsindustrie
Klimaschutzaktivist:innen des antikapitalistischen Bündnisses Ende Gelände haben eine Welle von Protesten im Ruhrgebiet gestartet. Im Fokus steht der Ausbau der fossilen Gasinfrastruktur – mit Demonstrationen, die wichtige Industriestandorte lahmlegen. Die Aktionen finden statt, während sich Tausende auf eine große Kundgebung am Samstag vorbereiten, unterstützt von Umweltorganisationen wie Greenpeace und Fridays for Future.
Die Proteste begannen im Kraftwerk Scholven in Gelsenkirchen, wo Aktivist:innen das Gelände blockierten und Solarpaneele auf dem Werksgelände installierten. Die Anlage soll einen weiteren Gaskessel erhalten – ein Vorhaben, das die Klimaschützer:innen ablehnen. Unterdessen störten Demonstrant:innen in der Friedrich Wilhelms Hütte, einer Gießerei des Rüstungskonzerns KNDS, den Schichtwechsel. Kritiker:innen werfen dem Unternehmen vor, die Produktion von Militärgütern wie Panzerstahl Vorrang vor grüner Technologie – etwa Komponenten für Windkraftanlagen – einzuräumen.
In Mülheim an der Ruhr besetzten Protestierende Gleisanlagen bei Europipe, Europas größtem Hersteller von Pipeline-Rohren. Die Aktion zielte darauf ab, Arbeiten an der fossilen Infrastruktur zu stoppen. Eine geplante Demonstration am Kraftwerk Gersteinwerk wurde hingegen vom Verwaltungsgericht Gelsenkirchen verboten. Die Organisator:innen haben gegen den Beschluss Berufung eingelegt und wollen die Kundgebung dennoch durchführen – möglicherweise in der Nähe von Hamm.
Die Proteste fallen zusammen mit den Plänen der Bundesregierung, sich mit einer Milliardenbeteiligungen an KNDS zu beteiligen. Aktivist:innen fordern stattdessen, öffentliche Gelder in erneuerbare Energien zu investieren.
Für die Demonstration am Samstag werden Tausende erwartet, unterstützt von großen Umweltverbänden. Die Proteste spiegeln die Spannungen in der deutschen Energie- und Industriepolitik wider. Zwischen Behörden und Aktivist:innen bleibt die Lage angespannt – mit weiteren rechtlichen Auseinandersetzungen und Störungen ist zu rechnen.






