30 March 2026, 16:38

Kartoffel-Überangebot 2023: Rekordernte drückt Erzeugerpreise auf Rekordtief

Preisliste für Norddeutschland angebaute reine Körnerbrandkartoffeln vom 1. Februar 1942 von A.G. Aldridge Sons.

Spitzenkartoffelernte - Aber Verbraucher profitieren kaum - Kartoffel-Überangebot 2023: Rekordernte drückt Erzeugerpreise auf Rekordtief

Deutschlands Kartoffelbauern verzeichneten im vergangenen Jahr einen deutlichen Produktionsanstieg. Die Ernte 2023 wuchs um über 5 %, was zu einem unerwarteten Überangebot führte. Trotz höherer Erträge brachen die Erzeugerpreise stark ein und lagen nur noch knapp über 10 Euro pro 100 Kilogramm.

Die Expansion hatte bereits 2022 begonnen, als die Anbaufläche für Kartoffeln in Deutschland um fast 7 % auf über 300.000 Hektar stieg. Die Landwirte kultivieren verschiedene Sorten für spezifische Verwendungszwecke – sei es als Speisekartoffeln, für die verarbeitende Industrie, die Stärkeproduktion oder die Saatgutgewinnung. Viele Liefermengen werden bereits ein Jahr im Voraus vertraglich festgelegt, was plötzliche Marktschwankungen nur schwer handhabbar macht.

Mit der Rekordernte 2023 wurde das Überangebot zur Herausforderung. Nicht verkaufte Kartoffeln wurden in Biogasanlagen verwertet, als Tierfutter genutzt oder – wenn auch selten – auf dem Feld belassen. Ungeerntete Kartoffeln sind jedoch die Ausnahme, da sie das Risiko von Krankheitsausbreitung bergen.

Im Einzelhandel blieben die Preise mit etwa 1,50 Euro pro Kilogramm stabil. Doch die deutschen Produzenten standen unter Druck durch die globale Konkurrenz, insbesondere bei Tiefkühlpommes, wo Länder wie China und Indien Marktanteile gewinnen.

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Trotz der höheren Erntemengen blieben den Landwirten 2023 geringere Einnahmen. Die Erzeugerpreise fielen auf knapp über 10 Euro pro 100 Kilogramm, während die Verkaufspreise im Handel konstant blieben. Das Überangebot machte zudem deutlich, wie schwierig es ist, Angebot und Nachfrage bei vorab geschlossenen Verträgen und globalem Wettbewerb in Einklang zu bringen.

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