31 May 2026, 10:25

Gastarbeiter-Generation kämpft mit psychischen Folgen der Migration

"Kartonwand": Fatih Çevikkollu's Reading on Migration and Psychological Traces in Old Age

Gastarbeiter-Generation kämpft mit psychischen Folgen der Migration

Vor mehr als sechs Jahrzehnten warb Deutschland ausländische Arbeitskräfte an, um die durch den Zweiten Weltkrieg entstandenen Lücken auf dem Arbeitsmarkt zu schließen. Unter ihnen waren auch die Eltern des Komikers Fatih Çevikkollu, die mit der Erwartung einer vorübergehenden Beschäftigung nach Deutschland kamen. Ihre Geschichte spiegelt die größeren Herausforderungen wider, mit denen ältere Migrantinnen und Migranten konfrontiert sind – insbesondere im Bereich der psychischen Gesundheit.

Fatih Çevikkollus Vater, ein ausgebildeter Schlosser, und seine Mutter, eine Grundschullehrerin in der Türkei, zogen im Rahmen des Gastarbeiterprogramms nach Deutschland. Statt zurückzukehren, blieben sie nach den 1970er-Jahren, als wirtschaftliche Veränderungen in der Türkei und der deutsche Arbeitsmarkt das Ende des „Rotationsprinzips“ einläuteten. Für seine Mutter war der Übergang besonders schwer: Sie wechselte vom Lehrerberuf zur Arbeit als Näherin – ein Wechsel, der bei ihr ein tiefes Gefühl des „Statusverlusts“ auslöste.

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In ihren späteren Jahren entwickelte Çevikkollus Mutter vermutlich eine Psychose, verschlimmert durch Einsamkeit. Ihr Schicksal steht exemplarisch für ein größeres Problem: Ältere Migrantinnen und Migranten leiden häufig unter psychischen Belastungen, die durch Isolation verstärkt werden. Doch der Zugang zu psychologischer Unterstützung bleibt für diese Gruppe begrenzt. Sprachbarrieren, unterschiedliche kulturelle Vorstellungen von Krankheit und die Unvertrautheit mit dem Gesundheitssystem stellen erhebliche Hürden dar.

Um diese Lücken zu schließen, bietet die LWL-Klinik in Deutschland eine interkulturelle ambulante Sprechstunde an. Dort erhalten Patientinnen und Patienten mit Migrationshintergrund psychiatrische und psychotherapeutische Betreuung, die auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist. Solche kultursensiblen Ansätze werden zunehmend als unverzichtbar für eine wirksame Behandlung anerkannt.

Die Herausforderungen, vor denen ältere Migrantinnen und Migranten wie die Eltern von Fatih Çevikkollu stehen, unterstreichen den dringenden Bedarf an besserer psychischer Gesundheitsversorgung. Kliniken mit kulturspezifischen Angeboten versuchen, diese Lücke zu schließen – doch die Hindernisse bleiben bestehen. Ohne verbesserten Zugang werden viele weiterhin im Stillen leiden.

Quelle