Fritz Langs Weimarer Filme: Wie das Kino den Autoritarismus vorwegnahm
Gerhart HenckFritz Langs Weimarer Filme: Wie das Kino den Autoritarismus vorwegnahm
Öffentlicher Vortrag zu Fritz Langs Filmen der Weimarer Republik im Essener Volkshochschulzentrum
Am Dienstag, dem 24. März 2026, findet in der Volkshochschule Essen ein kostenloser öffentlicher Vortrag über die Filme Fritz Langs aus der Weimarer Zeit statt. Die Veranstaltung markiert den 50. Todestag des Regisseurs und untersucht, wie das Kino den Wandel Deutschlands hin zum Autoritarismus widerspiegelte. Der Historiker und Soziologe Torsten Reters, der auch als Sachbuchautor tätig ist, wird die Diskussion leiten und Filmanalysen mit Ausschnitten verbinden.
Beginn ist um 19 Uhr im VHS-Zentrum in der Nähe des Burgplatzes. Reters wird sich mit Werken wie "Dr. Mabuse, der Spieler" und "Metropolis" befassen – Filme, die laut dem Kritiker Siegfried Kracauer eine Gesellschaft zeigten, die besessen von Ordnung war, Schwäche fürchtete und sich von starken Führergestalten angezogen fühlte.
Kracauer, der 1941 in die USA floh, prägte später die Rezeption deutscher Stummfilme, indem er sie aus politischer Perspektive deutete. Er argumentierte, dass Langs Werke autoritäre Tendenzen Jahre vor deren tatsächlicher politischen Manifestation aufdeckten. Im Rahmen der Veranstaltung werden Schlüsselszenen gezeigt, um diese Thesen zu veranschaulichen.
Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung oder Tickets sind nicht erforderlich. Der Abend soll Langs künstlerische Vision mit den historischen Kräften verknüpfen, die seine Epoche prägten.
Die Veranstaltung bietet die Gelegenheit, Langs Filme durch Kracauers analytischen Blick neu zu betrachten – und zeigt, wie Kunst politische Entwicklungen vorwegnehmen kann. Zeitgleich mit dem Todestag des Regisseurs lädt der Vortrag zu einer aktuellen Auseinandersetzung mit seinem anhaltenden Einfluss ein.






