18 June 2026, 00:25

Falsches VRR-Jubiläumsangebot lockt Nutzer in die Kostenfalle

Öffentlicher Nahverkehr in Essen: Hinter dem Sechs-Monats-Ticket für 2,35 Euro steckt dieser Betrug

Falsches VRR-Jubiläumsangebot lockt Nutzer in die Kostenfalle

Ein verdächtiger Facebook-Beitrag macht derzeit die Runde, in dem behauptet wird, 500 Einwohner aus Essen und Umgebung könnten sechs Monate lang kostenlos den öffentlichen Nahverkehr nutzen. Der als bezahlte Werbeanzeige geschaltete Post wurde bereits über 4.400 Mal aufgerufen. Doch mehrere Warnsignale deuten darauf hin, dass es sich um einen Betrugsversuch handeln könnte, der ahnungslose Fahrgäste ins Visier nimmt.

In dem Beitrag wird fälschlicherweise behauptet, der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) feiere sein Jubiläum mit einem Angebot für ein Nahverkehrsticket zum Preis von nur 2,35 Euro. Der Post enthält Bilder von Ruhrbahn-Bussen und -Zügen sowie ein grün-weißes „Chip-Ticket“ mit dem VRR-Logo. Nutzer werden dazu verleitet, Quizfragen zu beantworten, „Geschenkboxen“ auszuwählen und anschließend persönliche Daten sowie Kreditkarteninformationen preiszugeben.

Betroffene berichten, dass sie nach der Zahlung der anfänglichen 2,35 Euro mit weiteren Forderungen nach zusätzlichen Zahlungen konfrontiert wurden, ohne jemals ein Ticket zu erhalten. Bei näherer Prüfung zeigen sich weitere Auffälligkeiten, darunter gefälschte Nutzerkommentare und Links zu themenfremden Websites, die in den Beitrag eingebettet sind. Die Ruhrbahn hat bestätigt, dass es sich bei den Seiten und Angeboten um Fälschungen handelt, und warnt Kunden auf ihrer Facebook-Seite vor dem Betrug.

Dieser Schwindel beschränkt sich nicht auf Essen. Ähnliche Anzeigen mit fast identischem Wortlaut und derselben IT-Infrastruktur sind auch in Berlin, Chemnitz und Düsseldorf aufgetaucht. Das Vorgehen folgt einem durchgängigen Muster: Durch die Verwendung vertrauter Bilder des lokalen Nahverkehrs wird der Anschein von Seriosität erweckt.

Die Ruhrbahn hat öffentlich jede Verbindung zu dem Angebot bestritten und rät der Bevölkerung, den Beitrag zu ignorieren. Phishing ist in Deutschland eine Straftat, und die Behörden könnten die betrügerischen Aktivitäten untersuchen. Bürger werden aufgefordert, solche Angebote direkt bei den offiziellen Verkehrsbetrieben zu überprüfen, bevor sie persönliche oder finanzielle Daten preisgeben.

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