Erster Atommüll-Transport erreicht Zwischenlager Ahaus unter strengen Sicherheitsmaßnahmen
Gerhart HenckErster Atommüll-Transport erreicht Zwischenlager Ahaus unter strengen Sicherheitsmaßnahmen
Ein Transport mit atomarem Abfall erreichte am frühen Mittwochmorgen das Zwischenlager in Ahaus. Die Lieferung – die erste ihrer Art aus dem Forschungszentrum Jülich – legte ohne Zwischenfälle 170 Kilometer durch Nordrhein-Westfalen zurück. Die Polizei sicherte den Transport mit einem Großaufgebot, während sich entlang der Strecke Protestierende versammelten.
Der Konvoi verließ Jülich am Dienstag gegen 10 Uhr mit einem Castor-Behälter, der radioaktives Material enthielt. Mehr als 2.400 Beamte begleiteten die Fahrt, sperrten Straßen ab und positionierten Fahrzeuge an jedem Zufahrtspunkt in der Nähe des Lagers. Das Gelände selbst liegt etwa zwei Kilometer vom Stadtzentrum Ahaus entfernt.
Begleitet wurde der Transport von Protesten: Demonstranten äußerten ihre Ablehnung gegen solche Atomtransporte. Hanna Poddig, Organisatorin einer Mahnwache, forderte einen sofortigen Stopp aller Atommüll-Transporte, bis eine endgültige Lösung für die Endlagerung gefunden sei. Kritiker, darunter auch Oppositionsparteien, argumentieren, dass diese Transporte grundsätzlich hätten vermieden werden können.
Diese erste Lieferung ist der Auftakt zu insgesamt 152 geplanten Transporten. Die Behörden beabsichtigen, in künftigen Einsätzen bis zu drei Castor-Transporter gleichzeitig einzusetzen. In den kommenden Jahren werden schätzungsweise 50 bis 150 weitere Fahrten erwartet.
Der Behälter traf ohne Zwischenfälle ein; während der gesamten Operation gab es keine Störungen. Weitere Transporte sollen unter ähnlichen Sicherheitsvorkehrungen folgen, während die Landesregierung ihren Zeitplan einhält. Das Zwischenlager in Ahaus bleibt damit nicht nur ein zentraler Ort für die Atommüll-Lagerung, sondern auch ein Kristallisationspunkt der öffentlichen Debatte.






