Energiewende stockt: Warum Tausende Batteriespeicher-Projekte in Deutschland auf Eis liegen
Gerhart HenckEnergiewende stockt: Warum Tausende Batteriespeicher-Projekte in Deutschland auf Eis liegen
Deutschlands Vorstoß für gewerbliche Batteriespeicher wächst rasant – doch nur ein Bruchteil der geplanten Projekte ist in Betrieb
Im Jahr 2024 wurden fast 10.000 Anträge zur Anbindung neuer Anlagen gestellt. Doch bis Oktober 2025 sind bundesweit lediglich 921 Systeme mit Mittelspannung oder höher tatsächlich am Netz.
Die Kluft zwischen Planung und Umsetzung unterstreicht das Ausmaß von Deutschlands Ambitionen im Bereich Energiespeicherung. Allein im vergangenen Jahr gingen 9.710 Anträge für neue gewerbliche Batteriespeicher ein. Diese Projekte sollen das Stromnetz des Landes stabilisieren, indem sie überschüssige Energie aus erneuerbaren Quellen zwischenspeichern und bei Bedarf wieder abgeben.
Trotz des großen Interesses verläuft der Ausbau langsamer als erwartet. Bis Oktober 2025 waren nur 921 Anlagen mit Mittelspannung oder höher voll funktionsfähig. Die bereits aktiven Speicher verfügen zusammen über eine Leistung von 16 Gigawatt (GW) und eine Kapazität von 23 Gigawattstunden (GWh).
Offizielle Statistiken geben keine Auskunft darüber, wie viele Anlagen über das Mittelspannungsniveau hinausgehen oder welche Bundesländer bei der Umsetzung führend sind. Zwar liefern Listen wie die von Wikipedia Beispiele, doch eine vollständige Erhebung fehlt. Die Daten deuten auf einen erheblichen Rückstau zwischen Planung und Realisierung in der deutschen Energiewende hin.
Die Zahlen zeigen einen deutlichen Trend: Die Nachfrage nach großtechnischen Batteriespeichern steigt stark an, doch die Umsetzung hinkt hinterher. Mit bereits installierten 16 GW Leistung wächst die Infrastruktur zwar, doch Tausende Anträge warten noch auf Genehmigung oder Fertigstellung. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob Deutschland diese Lücke schließen und seine Ziele im Bereich Energiespeicherung erreichen kann.






