Dormagen bekommt Europas modernste Batterie-Recyclinganlage bis 2027
Bis 2027 entsteht in Dormagen eine neue Recyclinganlage für Lithium-Ionen-Batterien
Die Anlage, die mit 26,1 Millionen Euro aus EU-Mitteln gefördert wird, soll ausgediente Elektroauto-Batterien im großen Stil aufbereiten. Ziel ist es, wertvolle Rohstoffe zurückzugewinnen und im Vergleich zum klassischen Bergbau die CO₂-Emissionen deutlich zu senken.
Der Standort des Werks wird der CHEMPARK Dormagen sein. Die Finanzierung erfolgt über das EFRE/JTF-Programm der Europäischen Union in Nordrhein-Westfalen. Dies folgt auf eine erste Zusage im Rahmen der Initiative „Produktiv.NRW“ aus dem November 2024. Die Mittel decken die erste Bauphase der industriellen Anlage ab.
Sobald die Anlage in Betrieb geht, wird sie bis zu 140.000 Elektroauto-Batterien pro Jahr verarbeiten können – das entspricht 60.000 Tonnen Altbatterien oder 20.000 Tonnen Schwarzmasse, dem zerkleinerten Material, das nach der Demontage der Batterien übrig bleibt. Mithilfe des OLiC-Verfahrens sollen über 90 Prozent der kritischen Rohstoffe zurückgewonnen werden, und zwar bei 80 Prozent geringeren CO₂-Emissionen als bei der Primärförderung.
Dr. Lilian Schwich, Mitgründerin und Co-Geschäftsführerin von cylib, dankte der EU und den regionalen Behörden für ihre Unterstützung. Das Projekt soll Europas Abhängigkeit von importierten Rohstoffen verringern und die Versorgungssicherheit für die Batterieproduktion stärken.
Die Dormagener Anlage wird 2027 den Betrieb aufnehmen und aus der Schwarzmasse wertvolle Metalle zurückgewinnen. Dank der hohen Recyclingquote und der geringeren Emissionen könnte sie einen neuen Standard für das Batterierecycling in Europa setzen. Die Investition von 26,1 Millionen Euro markiert einen wichtigen Schritt hin zu einer nachhaltigeren und unabhängigeren Versorgung mit kritischen Rohstoffen.
