13 April 2026, 10:29

Doppelschlag in der Medienbranche: Zwei Großhändler in der Insolvenz

Ein altes Buch mit einer Rolle oben drauf, umgeben von Büchern und einem textgefüllten Papier, mit dem Wort "Buchhändler" unten.

Doppelschlag in der Medienbranche: Zwei Großhändler in der Insolvenz

Zwei große deutsche Medienhändler innerhalb weniger Wochen kollabiert

Die A. Stein'sche Buchhandlung, ein renommierter Buchhändler mit 80 Mitarbeitern, meldete am 17. September Insolvenz an. Nur kurze Zeit später folgte Anfang Oktober die Mediengruppe Stein, der zweitgrößte Fachmedienvertrieb des Landes, gemeinsam mit allen 18 Tochtergesellschaften.

Die Insolvenzanträge haben die Branche erschüttert. Bundesministerien, Bibliotheken und Verlage stehen nun vor Unsicherheit, da rund 100 Millionen Euro Umsatz auf dem Spiel stehen. Betroffen sind auch erst kürzlich übernommene Unternehmen wie Solon, Delbanco, Massmann und Albert Müller, die Stein in den vergangenen Jahren gekauft hatte.

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Kritiker hatten seit Langem vor den Risiken der rasanten Expansion gewarnt. Jörg Pieper, Leiter Content-Akquise bei Get More Brain, hatte bereits die unkontrollierte Wachstumspolitik des Unternehmens infrage gestellt. Als ehemaliger Direktor der Bibliotheksprogramme beim Konkurrenten Schweitzer Fachinformationen war er sogar an einem gescheiterten Übernahmeangebot für ein Unternehmen beteiligt, das Stein später kaufte. Doch auch Schweitzer selbst kämpfte mit der Integration eigener Zukäufe – ein Zeichen für die strukturellen Probleme der Branche.

Die Folgen der Pleiten halten Zulieferer und Partner in Atem. Branchenbeobachter wie das Börsenblatt Plus verfolgen die Entwicklungen genau, manche greifen sogar auf kostenpflichtige Analysedienste zurück, um die Krise besser zu verstehen.

Die Insolvenzen legen die Schwachstellen im deutschen Medienvertrieb schonungslos offen. Mit 100 Millionen Euro Umsatz in der Schwebe müssen Konkurrenten und Kunden nun schnell reagieren. Das Schicksal der Stein-Tochtergesellschaften und der übernommenen Marken bleibt vorerst ungewiss, während die Verfahren weiterlaufen.

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