Bundesbank will Ein- und Zweicent-Münzen durch Fünfcent-Rundung ersetzen
Anika ThiesBundesbank will Ein- und Zweicent-Münzen durch Fünfcent-Rundung ersetzen
Die Bundesbank schlägt vor, Bargeldzahlungen in Deutschland künftig auf den nächsten Fünfcent-Betrag zu runden. Damit würden Ein- und Zweicent-Münzen schrittweise aus dem Alltag verschwinden. Ziel der Maßnahme ist es, die Kosten für die Herstellung und den Umgang mit Kleingeld zu senken.
Sieben EU-Länder wenden bereits ähnliche Systeme an. Finnland, die Niederlande, die Slowakei, Irland, Italien, Belgien und Estland runden Bargeldbeträge auf die nächsten fünf Cent. Obwohl die Ein- und Zweicent-Münzen in diesen Ländern weiterhin gesetzliches Zahlungsmittel bleiben, werden sie nicht mehr geprägt.
Nach dem Plan der Bundesbank würde ein Einkauf über 3,99 Euro im Barzahlungsverkehr auf 4,00 Euro aufgerundet, eine Rechnung über 2,02 Euro dagegen auf 2,00 Euro abgerundet. Die Bank argumentiert, dass die Prägung, Verpackung und der Transport der kleinen Münzen mehr koste als ihr eigentlicher Wert.
Einige deutsche Supermärkte bieten bereits Rundungsoptionen an. In Nordrhein-Westfalen ermöglichen Handelsketten ihren Kunden, Beträge auf den nächsten Zehncent-Betrag aufzurunden. Das Nationale Bargeldforum hatte im vergangenen Jahr eine ähnliche Reform unterstützt.
Bargeld bleibt in Deutschland beliebt – etwa die Hälfte aller Zahlungen im stationären Handel wird weiterhin mit Scheinen und Münzen getätigt.
Falls das neue System genehmigt wird, würde sich Deutschland damit anderen EU-Ländern angleichen. Ein- und Zweicent-Münzen blieben zwar gesetzliches Zahlungsmittel, würden im täglichen Zahlungsverkehr aber selten werden. Die Bundesbank erwartet, dass die Umstellung den Umgang mit Bargeld günstiger und effizienter macht.






