Blessing fordert mehr Privatwirtschaft bei Infrastruktur und warnt vor Investorenflucht
Gerhart HenckBlessing fordert mehr Privatwirtschaft bei Infrastruktur und warnt vor Investorenflucht
Martin Blessing, der Investitionsbeauftragte Deutschlands und Berater von Bundeskanzler Olaf Scholz, hat eine stärkere Einbindung der Privatwirtschaft in Infrastrukturprojekte gefordert. Gleichzeitig wies er auf Bedenken hin, dass das Vertrauen der Investoren nach dem Investitionspaket der Koalitionsregierung nachlässt.
Blessing kritisierte die Regierung dafür, öffentliche Mittel nicht effektiv einzusetzen, um privates Kapital anzuziehen. Stattdessen plädierte er für eine bessere Nutzung öffentlich-privater Partnerschaften, um die Infrastrukturentwicklung voranzutreiben.
Zudem warnte er, dass jüngste Reformen im Gesundheitswesen mehrere Pharmaunternehmen dazu veranlasst hätten, ihre Investitionen in Deutschland zu reduzieren. Blessing schlug vor, Unternehmen, die im Land forschen oder produzieren, bevorzugt zu behandeln – im Gegensatz zu solchen, die hier lediglich verkaufen. Er betonte, wie wichtig es sei, dass Deutschland seine Führungsrolle in der pharmazeutischen Forschung und Entwicklung behalte.
Darüber hinaus setzte sich Blessing für eine Rentenreform ein, die er als entscheidenden Schritt zur Stärkung des deutschen Kapitalmarkts ansieht. Dies könnte seiner Meinung nach helfen, mehr privates Investment ins Land zu lenken.
Blessings Äußerungen fallen in eine Phase, in der die anfängliche Investorenzuversicht nachgelassen hat. Seine Vorschläge zielen darauf ab, diesen Trend umzukehren und eine größere Beteiligung des Privatsektors am wirtschaftlichen Wachstum Deutschlands zu fördern. Die Regierung hat sich bisher noch nicht zu seinen Empfehlungen geäußert.
