19 March 2026, 10:45

Bayerische Städte ersetzen Ampelmännchen durch Knödelwerfer und Kobolde

Eine Gruppe von Menschen in traditioneller bayrischer Tracht, die Instrumente spielen und Taschen tragen, mit Bäumen, Gebäuden und einem geparkten Fahrzeug im Hintergrund.

Wenn es grün ist, hopse weiter - spezielle Ampelmotive im Aufwind - Bayerische Städte ersetzen Ampelmännchen durch Knödelwerfer und Kobolde

In ganz Bayern tauschen Städte herkömmliche Fußgängerampeln gegen Modelle aus, die lokale Kultur feiern. Statt der üblichen grünen Figur sehen Anwohner in manchen Gegenden nun Frauen, die Knödel werfen, berühmte Hasen oder sogar Würstchenverkäufer. Der Trend löst sowohl Begeisterung als auch Debatten über Verkehrssicherheit und regionale Identität aus.

Die Idee verbreitete sich bereits vor Jahren, mit Vorreitern wie München. Dort zeigen drei Ampeln mittlerweile Pumuckl, den schelmischen Kobold aus Kinderbüchern. Straubing zog nach und installierte Bruder Straubinger, eine Figur aus der regionalen Folklore, während in Dachau die Ampeln Silhouetten in traditioneller bayerischer Tracht zeigen. Deggendorf setzte auf eine Frau, die einen Knödel wirft – eine Hommage an den kulinarischen Stolz der Region.

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Nürnberg ging noch einen Schritt weiter und brachte eine Ampel in Anlehnung an Albrecht Dürers Feldhase an, ohne auf die Zustimmung der Landesregierung zu warten. Später bestätigten Beamte, dass die Stadt allein für den Betrieb und mögliche Vorfälle verantwortlich sei. Hof hingegen kämpfte fünf Jahre lang mit bürokratischen Hürden, bevor die Genehmigung für die Wärschtlamo-Ampel erteilt wurde, die den beliebten Würstchenverkäufer der Stadt zeigt. Zunächst wegen Bedenken zur Verkehrssicherheit abgelehnt, erhielt das Design schließlich grünes Licht.

Weitere Städte ziehen nach. Bayreuth plant bis Mitte 2025 eine Ampel mit Richard-Wagner-Motiv, und in Coburg wird eine Würstchen-Ampel installiert – eine weitere lokale Spezialität. Augsburger Kasperl-Ampel in der Nähe des Puppentheaters erhielt erst nach Sondergenehmigung der schwäbischen Regionalbehörden den Zuschlag. Dachau, ermutigt durch positive Rückmeldungen, erweitert nun seine thematischen Ampeln; jede neue Schablone und jedes Design kostet rund 300 Euro.

Doch nicht alle stehen hinter dem Trend. Das bayerische Innenministerium warnt davor, Ampeln für die Darstellung lokaler Eigenheiten oder die Bewerbung von Anliegen zu nutzen, und verweist auf mögliche Ablenkungen für Autofahrer und Fußgänger. Trotzdem haben bereits mindestens zehn Städte individuelle Designs eingeführt oder geplant – und es werden voraussichtlich noch mehr folgen.

Der Wandel hin zu kulturell geprägten Ampeln spiegelt Bayerns Bestreben wider, Alltagsinfrastruktur mit regionalem Stolz zu verbinden. Zwar gab es bei manchen Projekten Verzögerungen oder Widerstand, doch die wachsende Zahl der Installationen deutet darauf hin, dass sich die Idee durchsetzt. Vorerst werden Fußgänger in diesen Städten weiterhin Straßen überqueren – bewacht vom leuchtenden Blick von Hasen, Kobolden und Würstchenverkäufern.

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